Studie zeigt: Initiative verfolgt international abgestütztes Ziel

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Die Initiative für eine Grüne Wirtschaft will die Umweltbelastung der Schweiz auf ein global verträgliches Mass senken. Sie strebt an, bis 2050 in den natürlichen Grenzen des Planeten zu wirtschaften. Eine neue Studie zeigt: Durch die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens kann der ökologische Fussabdruck der Schweiz bereits auf 0,8 bis 1,4 Erden gesenkt werden. Die bisher herangezogene Studie aus dem Jahr 2013 ist für die Beurteilung der Initiative nicht aussagekräftig und irreführend.

Heute beträgt der ökologische Fussabdruck der Schweiz rund drei Erden. Dabei machen CO2-Emissionen mit über zwei Dritteln klar den grössten Teil des Fussabdrucks aus. Dies bestätigt eine neue Studie der renommierten Ökobilanz-Fachstelle treeze. Um den Fussabdruck auf eine Erde zu senken, braucht es also in erster Linie eine Reduktion der CO2-Emissionen. Damit steht das Ziel der Initiative für eine Grüne Wirtschaft in Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen: Dessen Einhaltung bedeutet eine Senkung der CO2-Emissionen um 80 bis 100 Prozent bis 2050. Setzt die Schweiz das Abkommen um, kann der ökologische Fussabdruck dadurch auf 0,8 bis 1,4 Erden reduziert werden.

«Die Studie zeigt: das Pariser Abkommen ist weitgehend synchron mit einem Fussabdruck von eins. Mit der Initiative für eine Grüne Wirtschaft begeht die Schweiz also keinen Alleingang. Im Gegenteil: andere Länder wie z.B. Schweden gehen sogar schneller voran.»
Christian Zeyer, Co-Geschäftsführer Swisscleantech

Gegner argumentieren an der Initiative vorbei
Die Gegner der Initiative für eine Grüne Wirtschaft behaupten, das Ziel der Initiative sei technisch nicht erreichbar ohne «massive Konsumeinschränkungen». Die einzige Grundlage dafür ist eine Studie von Ernst Basler + Partner AG aus dem Jahr 2013. Der grosse Haken daran: Während der Initiativtext sich explizit auf die Methode des ökologischen Fussabdrucks bezieht, berechneten die Autoren der Studie die Umweltbelastung der Schweiz aufgrund sogenannter Umweltbelastungspunkte. Bei dieser Methode wird die Klimabelastung (und damit die CO2-Emissionen) viel weniger stark gewichtet. Während die Klimabelastung bei den Umweltbelastungspunkten nur mit 18,8 Prozent zu Buche schlägt, macht sie beim ökologischen Fussabdruck ganze 67 Prozent aus.

«Die neue Studie der Ökobilanz-Fachstelle treeze entblösst die Hysterie der Initiativgegner. Sie zeigt, dass das Ziel der Initiative für eine Grüne Wirtschaft vernünftig und erreichbar ist. Die Schweiz kann die Umweltbelastung schon mit konsequentem Klimaschutz, wie er international bereits beschlossen ist, auf ein erträgliches Mass senken.»
Beat Jans, Vize-Präsident SP Schweiz

Neben methodischen Differenzen berücksichtigt die Studie aus dem Jahr 2013 wichtige Reduktionspotenziale durch saubere Importe und neue Technologien (siehe Box) nicht. Das Resultat ist daher irreführend und für die Beurteilung der Initiative nicht aussagekräftig.

Das Ziel der Initiative liegt global im Trend
Viele Wissenschaftler/innen gehen weiter als die Initiative für eine Grüne Wirtschaft und fordern, die CO2-Emissionen bis 2050 auf netto Null zur reduzieren. Ein Ziel, das bereits heute von Ländern wie Finnland oder Schweden verfolgt wird. Auch die Unternehmen des World Business Council for Sustainable Development (u.a. Syngenta, Novartis, Toyota) wollen bis 2050 innerhalb der natürlichen Grenzen des Planeten wirtschaften.

Die Initiative ist also nicht nur realistisch, sondern notwendig, um einen Alleingang der Schweiz zu vermeiden. Von einer ressourceneffizienten und nachhaltigen Wirtschaft profitieren in der Schweiz nicht nur die Umwelt und die Konsument/innen, sondern auch die Wirtschaft. Innovation und neue Technologien schaffen Arbeitsplätze und stärken den Werkplatz Schweiz.

Grüne Wirtschaft: Potentiale zur Reduktion des ökologischen Fussabdrucks
Neben reinem Klimaschutz bieten diese Bereiche ein grosses Potenzial zur Reduktion des Fussabdruckes. Die Initiative für eine Grüne Wirtschaft gibt hier die notwendigen Impulse:

  • Ressourceneffizienz: Die Initiative verankert die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft und der nachhaltigen Ressourcennutzung erstmals in der Verfassung. Rohstoffe sollen wo immer möglich wiederwendet und wiederverwertet werden. Das ist nicht nicht nur aus ökologischer, sondern auch ökonomischer Perspektive sinnvoll. Ein Beispiel ist die Reduktion von Foodwaste.
  • Saubere Importe: Insgesamt wird rund die Hälfte des Fussabdrucks durch Importe von Gütern und Dienstleistungen verursacht. Der Fussabdruck von Importen kann über Mindeststandards reduziert werden, die eine nachhaltige Herstellung der Importprodukte garantieren. Zum Beispiel soll weniger Palmöl aus abgeholztem Regenwald importiert werden.
  • Technologischer Fortschritt: Neue Technologien entwickeln sich heutzutage mit zunehmender Geschwindigkeit. Bis zum Jahr 2050 bleiben noch 34 Jahre. Vor 34 Jahren gab es weder Heimcomputer noch Smartphones. Die Initiative begünstigt die Förderung von Forschung und Innovation sowie der konsequenten Umsetzung vorhandener Technologien. Damit erschliessen sich neue Potenziale, um die Umweltbelastung über den Klimaschutz hinaus zu reduzieren.

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